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Strafgesetzbuch · Allgemeiner Teil

§ 59 Voraussetzungen der Verwarnung mit Strafvorbehalt

Stand: 17.07.2026 Quelle: gesetze-im-internet.de (amtlich) Täglich auf Änderungen geprüft

(1) Hat jemand Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen verwirkt, so kann das Gericht ihn neben dem Schuldspruch verwarnen, die Strafe bestimmen und die Verurteilung zu dieser Strafe vorbehalten, wenn

1.
zu erwarten ist, daß der Täter künftig auch ohne Verurteilung zu Strafe keine Straftaten mehr begehen wird,
2.
nach der Gesamtwürdigung von Tat und Persönlichkeit des Täters besondere Umstände vorliegen, die eine Verhängung von Strafe entbehrlich machen, und
3.
die Verteidigung der Rechtsordnung die Verurteilung zu Strafe nicht gebietet.
§ 56 Abs. 1 Satz 2 gilt entsprechend.

(2) Neben der Verwarnung kann auf Einziehung oder Unbrauchbarmachung erkannt werden. Neben Maßregeln der Besserung und Sicherung ist die Verwarnung mit Strafvorbehalt nicht zulässig.

Hinweis: Diese Seite wird täglich automatisch aus der amtlichen XML-Publikation des Bundesamts für Justiz aktualisiert. Keine Rechtsberatung.

Verständlich erklärt

§ 59 StGB einfach erklärt

Kurz erklärt: Die Vorschrift erlaubt es dem Gericht, bei einer geringen Geldstrafe von der Verurteilung zu einer Strafe zunächst abzusehen und den Täter lediglich zu verwarnen. Die Strafe wird bestimmt, ihre Verhängung aber vorbehalten.

Voraussetzungen

  • Geringe verwirkte Strafe: Der Täter muss Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen verwirkt haben.
  • Günstige Prognose: Es muss zu erwarten sein, dass der Täter künftig auch ohne Verurteilung keine Straftaten mehr begeht.
  • Besondere Umstände und Rechtsordnung: Nach Gesamtwürdigung von Tat und Persönlichkeit müssen besondere Umstände vorliegen, die eine Strafe entbehrlich machen, und die Verteidigung der Rechtsordnung darf die Verurteilung nicht gebieten.

Bedeutung

Die Verwarnung mit Strafvorbehalt ist eine mildere Reaktion als die Verhängung einer Strafe. Der Täter wird zwar schuldig gesprochen und verwarnt, die festgesetzte Strafe wird aber nur unter Vorbehalt gestellt. Neben der Verwarnung kann auf Einziehung oder Unbrauchbarmachung erkannt werden; neben Maßregeln der Besserung und Sicherung ist sie dagegen nicht zulässig.

Praxis

Bewährt sich der Täter in der ihm gesetzten Bewährungszeit, unterbleibt die Verurteilung zu der vorbehaltenen Strafe endgültig. Die Verwarnung mit Strafvorbehalt liegt zwischen der Einstellung des Verfahrens und der Verurteilung zu einer Geldstrafe und kommt vor allem bei erstmaligen, weniger gewichtigen Taten in Betracht.

Häufige Fragen zu § 59 StGB

Was bedeutet Verwarnung mit Strafvorbehalt?
Das Gericht spricht den Täter schuldig und verwarnt ihn, bestimmt zwar eine Strafe, behält ihre Verhängung aber vor. Bewährt sich der Täter, wird die vorbehaltene Strafe nicht vollstreckt.
Bei welcher Strafhöhe ist eine Verwarnung mit Strafvorbehalt möglich?
Sie kommt in Betracht, wenn der Täter Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen verwirkt hat und die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.
Ist die Verwarnung mit Strafvorbehalt eine Verurteilung?
Es ergeht ein Schuldspruch, aber keine Verurteilung zu einer Strafe. Die festgesetzte Strafe wird nur vorbehalten und nur dann verhängt, wenn sich der Täter nicht bewährt.

Änderungsprotokoll zu § 59 StGB

Seit Beginn unserer täglichen Überwachung wurde diese Vorschrift nicht geändert. Änderungen werden hier dauerhaft dokumentiert — auf Wunsch auch per E-Mail.