Zum Inhalt springen
stgb.de

Strafgesetzbuch · Besonderer Teil

§ 222 Fahrlässige Tötung

Stand: 17.07.2026 Quelle: gesetze-im-internet.de (amtlich) Täglich auf Änderungen geprüft

Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Hinweis: Diese Seite wird täglich automatisch aus der amtlichen XML-Publikation des Bundesamts für Justiz aktualisiert. Keine Rechtsberatung.

Verständlich erklärt

§ 222 StGB einfach erklärt

Kurz erklärt: Fahrlässige Tötung begeht, wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht (§ 222 StGB) – ohne Tötungsvorsatz, aber unter Verletzung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt. Der Strafrahmen: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

Typische Konstellationen

Der Verkehrsunfall mit Todesfolge (überhöhte Geschwindigkeit, Ablenkung, Alkohol), Arbeitsunfälle durch missachtete Sicherheitsvorschriften, ärztliche Behandlungsfehler, Verletzung von Verkehrssicherungspflichten (ungesicherte Baustelle, defekter Balkon). Erforderlich sind objektive Sorgfaltspflichtverletzung, Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit des Todes sowie der Pflichtwidrigkeitszusammenhang – wäre der Tod auch bei korrektem Verhalten eingetreten, entfällt die Strafbarkeit.

Strafzumessung

Die Spanne ist groß: Vom Strafbefehl mit Geldstrafe bei einem Augenblicksversagen bis zu mehrjährigen Freiheitsstrafen bei grober Rücksichtslosigkeit – etwa bei illegalen Rennen (sofern nicht sogar bedingter Vorsatz und damit Totschlag vorliegt) oder Trunkenheitsfahrten. Im Verkehr kommen Entziehung der Fahrerlaubnis und Fahrverbot hinzu.

Häufige Fragen zu § 222 StGB

Welche Strafe droht bei fahrlässiger Tötung?
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (§ 222 StGB). Bei einem Augenblicksversagen im Straßenverkehr sind Geldstrafen oder Bewährungsstrafen üblich; grobe Rücksichtslosigkeit – Alkohol, Rasen, Handynutzung – führt zunehmend zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung.
Wann wird aus fahrlässiger Tötung Totschlag?
Wenn das Gericht bedingten Vorsatz feststellt: Der Täter hielt den Tod für möglich und nahm ihn billigend in Kauf. Bei illegalen Autorennen mit tödlichem Ausgang haben Gerichte wiederholt wegen Mordes verurteilt – die Grenze verläuft beim Vertrauen darauf, dass „schon nichts passiert".
Haften Ärzte bei tödlichen Behandlungsfehlern strafrechtlich?
Ja, bei sorgfaltswidriger Behandlung, die den Tod verursacht, kommt § 222 StGB in Betracht – vom Diagnosefehler bis zum Hygieneverstoß. Entscheidend ist der Facharztstandard und ob der Tod bei korrekter Behandlung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vermeidbar war.

Änderungsprotokoll zu § 222 StGB

Seit Beginn unserer täglichen Überwachung wurde diese Vorschrift nicht geändert. Änderungen werden hier dauerhaft dokumentiert — auf Wunsch auch per E-Mail.