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Strafgesetzbuch · Besonderer Teil

§ 212 Totschlag

Stand: 17.07.2026 Quelle: gesetze-im-internet.de (amtlich) Täglich auf Änderungen geprüft

(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

(2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

Hinweis: Diese Seite wird täglich automatisch aus der amtlichen XML-Publikation des Bundesamts für Justiz aktualisiert. Keine Rechtsberatung.

Verständlich erklärt

§ 212 StGB einfach erklärt

Kurz erklärt: Totschlag ist die vorsätzliche Tötung eines Menschen, ohne dass die Mordmerkmale des § 211 StGB erfüllt sind: Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (§ 212 StGB). Der Unterschied zum Mord liegt allein in den Mordmerkmalen – Heimtücke, Habgier, niedrige Beweggründe und die weiteren Merkmale machen aus dem Totschlag Mord mit lebenslanger Strafe.

Strafmaß

Freiheitsstrafe von fünf bis fünfzehn Jahren; in besonders schweren Fällen lebenslang (§ 212 Abs. 2 StGB). Der minder schwere Fall (§ 213 StGB) – insbesondere die Provokation durch das Opfer – senkt den Rahmen auf ein bis zehn Jahre. Der Versuch ist strafbar; auf Totschlag durch Unterlassen stehen dieselben Strafen (Garantenstellung, § 13 StGB).

Abgrenzungen

Vom Totschlag zu unterscheiden sind die Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB, ernstliches Verlangen des Opfers), die Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB, Tötungsvorsatz fehlt) und die fahrlässige Tötung (§ 222 StGB). In der Praxis entscheidet oft die Vorsatzfrage: Nahm der Täter den Tod billigend in Kauf – oder vertraute er darauf, dass nichts passiert?

Häufige Fragen zu § 212 StGB

Was ist der Unterschied zwischen Mord und Totschlag?
Beides ist vorsätzliche Tötung. Mord (§ 211 StGB) setzt zusätzlich ein Mordmerkmal voraus – etwa Heimtücke, Habgier oder niedrige Beweggründe – und wird zwingend mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. Der Totschlag (§ 212 StGB) ohne diese Merkmale wird mit fünf bis fünfzehn Jahren geahndet.
Welche Strafe droht bei Totschlag?
Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren, maximal fünfzehn Jahre; in besonders schweren Fällen lebenslang. Im minder schweren Fall – etwa nach schwerer Provokation durch das Opfer – ein bis zehn Jahre (§ 213 StGB).
Verjährt Totschlag?
Ja, nach 30 Jahren (§ 78 Abs. 3 Nr. 1 StGB) – anders als Mord, der niemals verjährt. Die Frist kann durch Ermittlungsmaßnahmen unterbrochen werden und beginnt dann neu.

Änderungsprotokoll zu § 212 StGB

Seit Beginn unserer täglichen Überwachung wurde diese Vorschrift nicht geändert. Änderungen werden hier dauerhaft dokumentiert — auf Wunsch auch per E-Mail.