Kurz erklärt: Totschlag ist die vorsätzliche Tötung eines Menschen, ohne dass die Mordmerkmale des § 211 StGB erfüllt sind: Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (§ 212 StGB). Der Unterschied zum Mord liegt allein in den Mordmerkmalen – Heimtücke, Habgier, niedrige Beweggründe und die weiteren Merkmale machen aus dem Totschlag Mord mit lebenslanger Strafe.
Strafmaß
Freiheitsstrafe von fünf bis fünfzehn Jahren; in besonders schweren Fällen lebenslang (§ 212 Abs. 2 StGB). Der minder schwere Fall (§ 213 StGB) – insbesondere die Provokation durch das Opfer – senkt den Rahmen auf ein bis zehn Jahre. Der Versuch ist strafbar; auf Totschlag durch Unterlassen stehen dieselben Strafen (Garantenstellung, § 13 StGB).
Abgrenzungen
Vom Totschlag zu unterscheiden sind die Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB, ernstliches Verlangen des Opfers), die Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB, Tötungsvorsatz fehlt) und die fahrlässige Tötung (§ 222 StGB). In der Praxis entscheidet oft die Vorsatzfrage: Nahm der Täter den Tod billigend in Kauf – oder vertraute er darauf, dass nichts passiert?