Kurz erklärt: Die Vorschrift legt fest, wie lange eine Freiheitsstrafe dauern kann. Sie unterscheidet die zeitige Freiheitsstrafe mit festem Rahmen von der lebenslangen Freiheitsstrafe.
Voraussetzungen
- Zeitige Freiheitsstrafe: Sie gilt immer dann, wenn das Gesetz keine lebenslange Freiheitsstrafe androht.
- Höchstmaß: Die zeitige Freiheitsstrafe beträgt höchstens fünfzehn Jahre.
- Mindestmaß: Sie beträgt mindestens einen Monat.
Bedeutung
Die Vorschrift bildet den allgemeinen Rahmen für alle Freiheitsstrafen. Der genaue Strafrahmen einer einzelnen Tat ergibt sich jedoch stets aus dem jeweiligen Straftatbestand, der innerhalb dieser Grenzen ein eigenes Mindest- und Höchstmaß festlegen kann. Die lebenslange Freiheitsstrafe ist die schwerste Sanktion des deutschen Strafrechts.
Praxis
Auch wer zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wird, kann nach § 57a StGB in der Regel nach fünfzehn Jahren die Aussetzung des Strafrestes zur Bewährung beantragen, sofern nicht die besondere Schwere der Schuld entgegensteht. Bei zeitigen Freiheitsstrafen kommt eine vorzeitige Entlassung nach § 57 StGB in Betracht.